Integration – Sprache und Ausbildung gehen Hand in Hand

Kassel. Bereits 1.600 nach Hessen zugewanderte und geflüchtete Jugendliche haben in diesem Schuljahr an beruflichen Schulen erfolgreich den Übergang aus Intensivklassen zur Deutschförderung in schulische Maßnahmen geschafft. 320 von ihnen konnten direkt in eine duale Ausbildung starten. Die InteA-Klassen (Integration durch Anschluss und Abschluss) sind ein wichtiger Baustein des Gesamtsprachförderkonzeptes für Kinder und Jugendliche nichtdeutscher Herkunftssprache, welches bereits im Vorschulalter ansetzt und seit zehn Jahren ein Erfolgsmodell in Hessen ist. Die Teilnahme ist immer dann obligatorisch, wenn noch eine Schulpflicht besteht. „Der Unterricht in den InteA-Klassen ist entscheidend, um den Jugendlichen die
notwendigen Deutschkenntnisse zu vermitteln und ihre Integration in das Bildungssystem, den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu fördern. Das Erlernen der deutschen Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Bildungsminister Armin Schwarz beim gemeinsamen Besuch mit Sozialministerin Heike Hofmann einer Intensivklasse an der Willy-Brandt-Schule in Kassel.
Berufliche Schulen bieten für zugewanderte und geflüchtete Jugendliche ab 16 Jahren mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen Intensivklassen zur Deutschförderung an. Die Intensivklassen vermitteln grundlegende Deutsch-Kenntnisse, Werte- und Demokratiebildung in Verbindung mit einem beruflichen Fachsprachenerwerb, umden Übergang in die duale Ausbildung vorzubereiten. Aktuell profitieren hessenweit in den Intensivklassen an beruflichen Schulen über 3.700 Jugendliche in 219 InteA-Klassen von der intensiven Förderung.


Sozialpädagogisches Angebot
Ergänzt wird die sprachliche Förderung durch ein sozialpädagogisches Angebot, welches durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales finanziert wird. So stehen verschiedene Beratungsleistungen wie eine Unterstützung bei der Praktikumssuche oder bei psychosozialen Problemen zur Verfügung. Außerdem werden verschiedene kulturelle Projekte im Bereich Kunst, Theater oder Medien angeboten und in sport- und erlebnisorientierten Trainingselementen und Kooperationsübungen demokratische Werte vermittelt. „Sprache ist ein Schlüssel – nicht nur zu beruflicher, auch zu gesellschaftlicher Integration. Was die Arbeit der InteA-Klassen so erfolgreich und wertvoll macht, ist, dass sie weit über reine Sprachvermittlung hinaus wirken: Sie ermöglichen neben Beratung und Unterstützung auch wichtige Einblicke in kulturelle oder gesellschaftliche Themenbereiche. InteA-Klassen vermitteln das Rüstzeug, um in Hessen nicht nur ankommen, sondern auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Somit schaffen sie eine wichtige Voraussetzung für gelingende Integration“, sagte Sozialministerin Hofmann.


Der Unterricht in den Intensivklassen stellt sicher, dass die Schülerinnen und Schüler die deutsche Sprache erlernen und darüber hinaus mit den gesellschaftlichen Normen und Werten vertraut gemacht werden, die für eine erfolgreiche Integration unabdingbar sind. „Integration, Sprache und der Sprung in eine Ausbildung gehen in den InteA-Klassen Hand in Hand. Gemeinsam leisten wir so einen zentralen Beitrag zur Bildungsintegration und langfristigen Fachkräftesicherung in Hessen“, betonten Hofmann und Schwarz. Im Zuge der InteA-Maßnahmen absolvieren die Schülerinnen und Schüler zudem das Deutsche Sprachdiplom I PRO (DSD I PRO). Die Teilnahme zertifiziert den erreichten Sprachstand auf den Niveaustufen A2 und B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Das DSD I PRO liefert somit verlässliche Informationen über das erreichte Sprachniveau für potenzielle Arbeitgeber; es dient als „sprachliche Eintrittskarte“ für eine berufliche Einstiegsqualifizierung oder eine duale Ausbildung.


Über den Erwerb des Deutschen Sprachdiploms hinaus gibt es im Rahmen von InteA auch die zusätzliche Möglichkeit, im Rahmen einer sogenannten Nichtschülerprüfung einen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg zu erwerben. Im Sommersemester 2025 wurden insgesamt 245 Prüfungen auf dem Niveau des ersten Abschlusses sowie elf Prüfungen auf dem Niveau des mittleren Abschlusses bestanden.